Angela Görzen
- Der einzige verlässliche Faktor im Leben heißt Veränderung
- Vor allem und zuerst bin ich Mensch, nur Mensch, gerade trotzdem Mensch.
- Empathisch – Humorvoll – Authentisch
- Voller Gefühle, die es gilt zu kennen, zu lebe und zu regulieren
- Lebenskünstlerin im besten Sinne
- Coachin für Menschen die ihr Leben neu erfinden wollen.
- Psychologische Beraterin für Selbstverbindung, Ausdruck und inneres Wachstum
Timeline
Sorglosigkeit, Liebe, Glaube
Ich werde in Bonn in eine Russlandsdeutsche Familie geboren, die im November 77 nach Deutschland kam. Wir ziehen nach Neuwied wo ich aufwachsen werde. Ich bin verträumt, ein freundliches Kind und besuche mit meinen Großeltern die mennonitische Gemeinde. Tante Agnes ist meine Kinderstundenleitung und ich liebe sie und die Sonntage.
Misstrauen, Unglaube, Enttäuschung
Mehr und Mehr leide ich unter dem Druck der Grundschule und kann meine Leistungen nicht abrufen. Vieles ist mir peinlich, ich bin schüchtern. Ein Widerstand beginnt sich zu regen. Meine Talente werden verkannt und mir sogar aberkannt. Ich möchte dazu gehören, aber es ist nicht gegeben. Ich bin anders. Alles erscheint mir fremd und ich mir selbst auch.
Unsicherheit, Fragen, Widerstand
Ich beschäftige mich mit dem großen Warum und Wie des Mensch Seins. Ich finde in allem einen Grund und einen höheren Sinn und irgendwie hängt doch alles zusammen. Mit einer Schulfreundin füllen wir ganze Bücher mit philosophischen Überlegungen und den problematischen Zusammenhängen des menschlichen Daseins. Ich bin rebellisch und ich fühle mich zu groß, klobig und häßlich. Das gesellschaftliche System und unglückliche Beziehungen beschäftigen mich. Ich möchte Ergotherapeutin werden, aber meine Eltern sagen, sie haben nicht das Geld. Ich bin im Widerstand, hasse Disziplinen und Regelwerke. Mit 19 Jahren 1998 werde ich zum ersten Mal Mutter einer Tochter. Ich kann mich nicht darauf einlassen Mutter zu sein, bin alleinerziehend und weiß nicht wohin mit mir und meinem Leben. Ein Praktikum in der Ergotherapie soll helfen. Mit der Ausbildung sehe ich mich jedoch überfordert und beginne zu schwimmen im übertragenen Sinne – für lange Zeit.
Spiritualität, Schönheit, All-ein-sein
Als meine Tochter 2 Jahre alt ist lese ich mit großer Faszination das Buch „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück". Die Beschreibung der Urvölker die kein Wort für Arbeit haben und ihren Kindern und dem natürlichen Lauf der Dinge vertrauen, ist für mich eine Offenbarung und verändert mein Leben. Ich beginne meine Tochter in einem selbstgenähten Tragetuch zu tragen, und wünsche mir so sehr eine Verbindung zu ihr. Weil sie schon so groß ist bekomme ich vom Tragen Rückenschmerzen, so komme ich zum Yoga und beginne direkt die Ausbildung. Ich bin 22 Jahre. Eine weitere Offenbarung. Mein Körper verändert sich, alles fühlt sich schöner, einfacher und besser an. Während meiner Yogalehrerausbildung finde ich Erhabenheit und Schönheit des Seins in mir und merke doch es ist nicht alles, da ist noch mehr. Ich bin auf der Suche. 2001 wird mir ein Sohn geschenkt. Jetzt lerne ich echte Verbindung. Ich bin weiter alleinerziehend. Mit dem Wohnmobil unternehme ich mit den Kindern ausgedehnte Reisen nach Spanien und Italien und lerne alternative Lebensweisen kennen und verschreibe mich ganz der Praxis des Yoga. Ich beginne entsprechende Bücher zu lesen, mich mit Schamanismus und alternative Heilformen wie Reiki und Meditation zu bechäftigen. Ich erlerne Massageformen wie Shiatsu und Cranial Sacral Balancing. 2002 – 2004 besuche ich das Centrum der Kraft heute in Diez und erlerne verschiedene Techniken der geistigen Heilung, Ernährungsformen und absolviere eine starke innerliche Reifung und persönliche Entwicklung. Ich bin 25 Jahre und die Jüngste im Kurs und finde es lustig, hier zu sein und noch keine staatlich anerkannte Ausbildung zu haben. Zu Hause - Zwei kleine Kinder – ich unterrichte 2 Mal in der Woche Yoga, auch für Kinder, tauche ganz in meine Spiritualität ein, ohne einen Meister und lerne dass jeder Mensch mein Lehrer ist.
Erwachen, ein Loch im Puzzle
Nach 10 Jahren zu Hause …..Endlich ist es soweit. Ich krieche aus meinem Schneckenhaus und beginne mit fast 30 Jahren meine erste staatlich anerkannte Ausbildung zur Ergotherapeutin. Ich trete in die Welt. Alles ist neu und aufregend, ich fühle mich wie ein Kind. Die Ergotherapie in Ausbildung kommt mir sehr entgegen und ich finde Erfüllung und gleichzeitig eine Materialisierung meiner Spiritualität. Sie wird mehr und mehr handhabbar, greifbar und bekommt Erdung. Ich sauge die Themen auf wie ein Schwamm und mir fällt die Dreifachbelastung (Allein, 2 Kinder und Vollzeitausbildung) gar nicht auf, bis ich zum Ende erkranke und mir ein Teil des Gebärmutterhalses entfernt wird. Nach erfolgreichem Abschluss bin ich stolz, und muss mich daran gewöhnen, ein anerkannter Teil der Gesellschaft zu sein. Für ein Neubeginn folgt ein Umzug, eine Trennung – darauf eine Depression/Burnout. Ich arbeite. Und werde noch einmal Mutter von einer wunderbaren Tochter und bleibe alleinerziehend. Ich stecke in einem Loch. Komme nicht vor und nicht zurück. Versuche meine Spiritualität wieder zu finden, aber es scheint wie ein Zwischenraum zu sein, wie zwischen den Jahren. Es fehlen noch einige Puzzleteile. Das Bild ist nicht rund. Der Ball will durch das eckige Loch. Ich beginne Sport zu treiben, achte auf meine Ernährung – es wird besser.
Kompetenz, Anerkennung, Stabilität
Ich erkenne, ich bin wie ein Gefäß für Transformierende Prozesse und muss mich mit Übergriffigkeiten auseinandersetzen. Um mich und meine Kinder, meinen engsten Clan zu schützen muss ich Grenzen setzen. Meine erste richtige Arbeitsstelle: 2016 beginne ich mit Familien und Schwerstmehrfachbeeinträchtigten Menschen zu arbeiten. Ich besuche Fort und Weiterbildungen in Gesprächsführung und Verhaltenstherapie nach dem IntraActPlus-Konzept und fühle mich kompetent. Wachse in der Rolle der Therapeutin. Ich finde ein Haus. Träume erfüllen sich. Stabilität kehrt ein. Ich brauche eine verschämt lange Zeit bis ich beginne zu verstehe, dass Gewohnheiten uns Menschen bereichern, sie uns Standhaftigkeit bieten und wir darin Stärke finden können
Erfahrung, Reife, Verstehen
Ich darf heute ein Tiefes Verständnis für den Menschen und die individuellen Situationen und dessen Verhaltensweisen begreifen und eine enorme Wirksamkeit in den Therapien mit Familien mit neurodivergente Kindern und Erwachsenen erreichen. Die Gesetze des Lernens sind mir in Fleisch und Blut übergegangen und finden Anwendung im Leben und im Coaching/Therapie. Ich empfinde es als ein Privileg 2022 mit 44 Jahren noch einmal Mutter von einem Wunderknaben geworden zu sein. Diese Jahre lehrten mich vor allem über private Beziehungen ein unumstößliches und tiefgreifendes Verständnis von innersten geistigen Vorgängen im Menschen das nie aufhört sich zu erweitern. Ich möchte keine meiner Erfahrungen missen und fühle mich von Tag zu Tag wohler und freue mich darauf im Coaching auf meine erworbene Reife zurückzugreifen und dich an ihr teilhaben zu lassen.
